In den nächsten Jahren wurden der weitere Ausbau und die künstlerische Gestaltung der Gartenstadt im Sinne der oben genannten Grundgedanken mit viel Begeisterung der Hellerauer umgesetzt.
Interessant waren auch die Vorstellungen zum Gemeindeleben. Arbeitsstätte und Wohnungen als notwendige Lebensgrundlage sollten sich schon im baukünstlerischen Charakter der ganzen Anlage erkennen lassen. Schon zu Beginn wurde an eine Schule, ein Gemeinschaftshaus, an Sport- und Badeplätze gedacht.
Die Errichtung der Gartenstadt Hellerau wurde weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt, als ein Beispiel dafür, wie man gesundes Leben und Arbeiten auf gemeinnütziger Basis plant und als ein „Aufbruch zum neuen Wohnen“ umsetzt.
Selbst Ebenezer Howard war nach einem Besuch 1912 in Hellerau sehr angetan und sagte: „Der erste Eindruck, den ich hatte, war gut, nicht minder der, den ich mitgenommen habe“. Hellerau trug somit wesentlich zur weiteren Entwicklung der Gartenstadtbewegung in Deutschland bei, war somit Vorbild und Wegweiser für die architektonische Gestaltung und den Gemeinschaftssinn.
Während der Jahre im Nationalsozialismus und den folgenden Jahren war es ruhig um Hellerau geworden. Der zweite Weltkrieg und die Zeit der zwei Diktaturen hatten Spuren hinterlassen.
Einen entscheidenden Umbruch und Aufschwung gab es seit 1989. Die Gartenstadt Hellerau erfuhr dank des Engagements vieler Personen, Firmen und Institutionen eine bemerkenswert positive Entwicklung. Mit der Gründung des Bürgervereins „Verein Bürgerschaft Hellerau e.V.“ im Jahr 1991 und seinen umfassenden kulturellen Aktivitäten sowie der Wiederbelebung und Nutzung des Festspielhauses und des umliegenden Geländes durch das „Europäische Zentrum der Künste“, kam es erneut zu einer sozialen und kulturellen Entwicklung der Gartenstadt bzw. des Gartenstadtgedankens.
Wer heute Hellerau besuchen möchte, sollte das Besucherzentrum auf dem Festspielhausgelände als ersten Informations- und Anlaufpunkt nutzen und unbedingt einen Blick auf das Programm des Bürgervereines werfen.